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Verfasst von Peter Fensch (03.01.2009):

Ärztliche Behandlungsfehler

Die Mauer des Schweigens einreißen

Es ist ein Moment des Ausgeliefert seins. Wer im Krankenhaus liegt, dem bleibt nur eines übrig: den Ärzten zu vertrauen. Um so schlimmer ist es, dass bei jedem zehnten europäischen Patienten ein Behandlungsfehler passiert. Das darf nicht sein. Denn neben dem persönlichen Leid, das Opfern von Kunstfehlern widerfährt,geht es auch um immense Kosten, die von der Gemeinschaft der Krankenversicherten übernommen werden müssen. Die Europäische Union will deshalb die Mitgliedstaaten dazu bringen, ihre Maßnahmen zur Vorbeugung des Problems auszubauen.
Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient basiert auf Vertrauen. Dieses ist um so größer, wenn Kranke umfassenden Zugang zu Informationen haben und über ihre Rechte Bescheid wissen.
Natürlich sind Behandlungsfehler in der Europäischen Union die Ausnahme von der Regel. Doch wenn es dazu kommt, müssen die Fronten zwischen Mediziner und Patient geklärt sein.
Der Vorfall darf nicht ,,totgeschwiegen`` werden. Dabei geht es nicht darum, Mediziner massenweise vor Gericht zu zerren. Denn das würde eher dazu führen, dass diese aus Furcht vor Klagen, bestimmte Operationen lieber gar nicht erst ausführen.
Neben den zusätzlichen Kontrollen, wie sie die EU-Kommission vorgeschlagen hat, muss sich deshalb etwas in der Krankenhaus-Kultur ändern. Denn solange Ärzte, die einen Fehler gemacht haben, diesen aus Angst vor dem Karriere-Ende nicht zugeben können, wird sich nichts an der aktuellen Situation ändern. Die Mauer des Schweigens wird so ewig bestehen bleiben und Mediziner werden alles daran setzen, ihre Fehler zu vertuschen. Die Mitgliedstaaten sollten deshalb die Vorschläge der Kommission in der Tat umsetzen. Denn klare Regeln geben sowohl Patienten als auch Ärzten ein Mehr an Sicherheit.

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